Life Cycle Costing

Das Life Cycle Costing (LCC) erstellt eine ganzheitliche Lebenslauf-Erfolgsrechnung. Die Methode zielt auf die Maximierung des Gesamtnutzens über den gesamten Produktlebenslauf. Grundsätzlich werden dazu Kosten und Nutzen in allen Phasen des Produktlebenslaufs dargestellt und monetär bewertet. Bei einer Investition müssen die einmaligen Anschaffungskosten und die periodisch wiederkehrenden Folgekosten bedacht werden. Häufig wird aber nur der Anschaffungspreis in die Kalkulation mit einbezogen, obwohl dieser nur ca. 10 bis 30 Prozent der Lebenslaufkosten beträgt. Hier greift das traditionelle Rechnungswesen zu kurz. Denn die tendenziell unterschätzten Folgekosten nehmen, über den gesamten Lebenslauf hinweg betrachtet, die Form eines Eisbergs an.
 
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Bild: Der Eisberg-Effekt
 

Langfristige Kostentreiber identifizieren und minimieren

VorgehenLCC.jpgDas Life Cycle Costing setzt bei den unterschätzten, langfristigen Kosten an. Um eine transparente Kostenstruktur über den gesamten Lebenslauf zu erstellen müssen zuerst die wichtigsten Kostentreiber im Betrieb eines Produktes identifiziert werden. Dazu gehören z.B. je nach Prozess die Energie- Wartungs-, Personal- und Lagerkosten. Für die Aufschlüsselung der allgemeinen Kostenpositionen können bereits existierende Standards von Branchen- und Fachverbänden herangezogen werden.
 
Danach erfolgt eine genaue Kostenaufstellung für den spezifischen Anwendungsfall im Projekt sowie eine Auswahl der passenden Erhebungs- und Berechnungsmethoden. Eine damit erstellte, transparente Kostenstruktur bietet eine fundierte Grundlage für Investitionsentscheidungen und identifiziert Stellhebel zur Kostenoptimierung. Grundlegend gilt, dass für die Ausarbeitung und Implementierung der Strategien eine möglichst genaue Kenntnis der Lebenslaufkosten erforderlich ist. Die Prognosegenauigkeit der LCC beeinflusst in großem Maße die Validität der daraus aufbauenden strategischen Entscheidungen und Geschäfts-modelle. Am Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Uni Stuttgart wurde dazu in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA eine generelle Vorgehensweise entwickelt, mit der sich auf der Basis der Lebenslaufkosten wertorientierte Geschäftsmodelle und Produktionsstrategien ableiten lassen.
 
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Bild: Life Cycle Value
 

Life Cycle Value Strategien

Eine genaue Kenntnis der Life Cycle Cost nach zeitlichem Auftreten, Frequenz und Einflusshöhe kann nicht nur gezielt für die Realisierung von Verbesserungspotentialen sondern auch für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle insbesondere für den Aftersales eingesetzt werden. Ausgangspunkt bildet dabei die Frage wie die Betriebs- und Rückbaukosten eines Produktes bzw. Investitionsgutes für den Kunden optimiert werden können. Der Maßnahmenkatalog reicht hierbei von spezifischen Produktverbesserungen bis hin zur Bereitstellung der Dienstleistung des Produktes in so genannten Betreiber- bzw. Garantiemodellen. Mit dem am IFF entwickelten Life Cycle Controlling Werkzeug ist es sogar möglich, eine komplette Produktionsumgebung hinsichtlich ihrer Life Cycle Costs kontinuierlich zu planen zu betreiben und zu optimieren.
 
Kontakt
 
Dipl.-Ing. Holger Haag
Tel.: +49 (711) 685-61827
Fax: +49 (711) 685-51827
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